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Am Samstag war es wieder soweit, so wie in den letzten 81 Jahren, Zeit zur Übergabe der Abiturzeugnisse. Eine tolle Feier …….., gut, so wie halt offizielle Abiturfeiern so sind. Einige Reden, ein bisschen Musik und viele Menschen die gespannt auf den wichtigsten Moment ihrer Kinder, Enkelkinder, Neffen oder Nichten warten, die Übergabe der Abiturzeugnisse am städtischen Gymnasium in der Aula am Samstag (06.07.13). Es war anders als in den letzten Jahren.Warum? Es gab zwei Gründe und beide Gründe erzeugten ein Gefühl der Wehmut, zum Teil mit ein bisschen verändertem Vorzeichen. Es war dieses Jahr das Jahr des Doppeljahrgangs, G8 und G9 verlassen gemeinsam die Schule. Bedeutet, ab Montag ist die Schule, nun sagen wir, etwas leerer. Es fehlen rund 100 junge Menschen, normalerweise nicht schlimm, aber es gibt keine neuen jungen Menschen, hier nicht, erst mal nicht.

Ein weitere Grund für Wehmut, die Aula war voll und ich meine so richtig voll. Jeder noch so freie Platz war belegt, Treppen und Gänge voll, das letzte Mal. Mit diesem Samstag beginnt das Ende des städtischen Gymnasium. Sicherlich gibt es auch im nächsten Jahr noch ein Feier und auch im übernächsten Jahr, aber halt deutlich kleiner. Aber es ist ja nicht nur die Anzahl der Besucher einer Abiturfeier, die für die Schülerinnen und Schüler so wichtig sind, sondern auch die Abiturfeiern im Umfeld. Die Streiche, die seit Jahrzehnten an den Schulen durchgeführt werden, diese Traditionen können nicht weiter fortgeführt werden. Warum? Nun im Jahr 2014 gibt es noch 6 Jahrgänge, 2015 5 Jahrgänge, 2016 4 Jahrgänge und ab da wird es dann wirklich dünn. Und dann 2019, die Abiturienten dieses Jahrgangs können dann mit sich selbst feiern, sie machen das Licht als letzte aus. Aber auch der Jahrgang 2018 wird sicherlich wenig Freude haben vielleicht noch 50 Schüler irgendwie in der Abiturfeiertradition zu bespaßen.

Ja der demographische Wandel wollte es so, es gibt keine Schüler mehr. Halt! Es gab keine Schüler mehr, nun gibt es sie wieder, den demographischen Wandel haben wir seit 2011 hinter uns gelassen. Just sind die neuen Zahlen für 2012 veröffentlicht worden. Die Geburtenrate steigt, durch Zuwanderung steigt auch die Einwohnerzahl, gering , aber sie steigt. In Bad Driburg leben zur Zeit über 130 Kinder aus den Jahrgängen 2011 und 2012, eine deutliche Steigerung.

Aber zurück zur Tradition. Es gibt auch eine Schule die auslaufen wird in Bad Driburg, die Anne Frank Schule. Laut Verordnung des Ministeriums für Schule in Düsseldorf vom 04.07.2013 gibt es doch noch Hoffnung für die Abiturienten. Äh nicht falsch verstehen, es geht nur darum noch Opfer für den Abiturspaß zu finden. Die Mindestzahl an Schülerinnen und Schülern hatte auch in der Vergangenheit nicht gereicht, bisher mit Aussnahmen aber noch genehmigt. Nun ist spätestens 2015 Schluss mit der Weiterführung und auch der Standort muss laut dieser Verordnung dann gleich aufgegeben werden:

in §2 (3) heißt es, dass der Schulträger auslaufende Förderschulen an der „normalen“ Regelschule weiterführen kann. Klar, dass spart natürlich Geld und im städtischen Gymnasium ist noch genug Platz.

Fraglich bleibt aber auch noch, ob in 4Jahren  Kinder in die Oberstufe wechseln werden, dann gibt es keine Feier und die 9 Klasse verlässt die Schule. Vielleicht gibt es aber auch ein Wunder.  Ein kirchlicher Träger kann den Standort nicht halten, der Zuschuss für Ersatzschulen wird stark eingeschränkt. Sei es drum, das Schulgebäude wird weiter benutzt werden, vielleicht für die Förderschule, vielleicht 2019 auch als Oberstufenstandort der Gesamtschule, eine Schule mit dann drei Standorten.

An die Schüler aus dem Abijahrgang 2013 trotzdem VIEL ERFOLG auf Euren weiteren Lebensweg!