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Fragen und Antworten zum Thema Gesamtschule

Was bedeutet: Gebundener Ganztag?

gebundener Ganztag bedeutet, dass die Schüler an mindestens drei Tagen in der Woche, nachmittags in der Schule sind. Wie genau das gestaltet wird, ist von Schule zu Schule unterschiedlich. Verbindlich ist lediglich eine einstündige Mittagspause.

Was bedeutet: 20 prozentiger Stellenzuschlag?

Schulen, die im gebundenen Ganztag geführt werden erhalten 20% mehr Lehrerstellen, als Schulen mit Halbtagsunterricht. Diese 20% werden im wesentlichen dazu verwendet, den Nachmittagsunterricht abzudecken.

Ein Beispiel:
An vielen Ganztagsschulen sind die Schüler an drei Tagen in der Woche 8 Stunden und an zwei Tagen 6 Stunden in der Schule. Macht in der Summe 36 Stunden.
An Halbtagsschulen sind von der 5. bis zur 10. Klasse im Schnitt 31,33 Stunden Unterricht zu erteilen.

Demnach sind an einer Ganztagsschule 15% mehr Stunden abzudecken. Darüber hinaus wird noch ein Teil des Stellenzuschlags für die Beaufsichtigung der Mittagspause benötigt. So bleibt bei diesem Modell pro Klasse ungefähr eine zusätzliche Lehrerstunde übrig, die dann für weitergehende Angebote genutzt werden kann.

Was bedeutet: Nur eine Gesamtschule bietet allen Schülern alle Schulabschlüsse?

Eine Gesamtschule bietet nach der Sekundarstufe I allen Schülern alle Abschlüsse. Das wären:

Hauptschulabschluss nach Klasse 9 (HS 9)
Hauptschulabschluss mach Klasse 10 (HS 10)
Fachoberschulreife (FOS)
Fachoberschulreife mit Qualifikation zum Besuch der gymnasialen Oberstufe (FOS/Q)

Haupt- und Realschulen bieten genau wie die Gesamtschule nach der 10. Klasse alle obengenannten Abschlüsse an. An der Hauptschule sind das die 10B-Klassen, die mit FOS und FOS/Q abschließen. Auch Haupt- und Realschülern stehen nach Abschluss der 10. Klasse genau die selben Möglichkeiten offen, wie einem Gesamtschüler nach der 10. Klasse.

Mit dem Abschluss FOS/Q kann ein Schüler dann in die Oberstufe wechseln und dort nach der 12. Klasse den theoretischen Teil der Fachhochschulreife erlangen und nach der 13. Klasse die allgemeine Hochschulreife, das Abitur.

Die Fachoberschulreife mit Qualifikationsvermerk (FOS/Q) erlangen in NRW an Hauptschulen ca. 15% der Schüler; an Realschulen fast 55% der Schüler und an Gymnasien schaffen ca. 98% der Schüler am Ende der 9. Klasse den Sprung in die Oberstufe.

An Gesamtschulen, wo Schüler aller drei Schulformen gemeinsam die Schule besuchen, schaffen 46% diesen Abschluss.

Der entscheidende Unterschied zwischen Real- und Hauptschule auf der einen Seite und einer Gesamtschule auf der anderen Seite ist, dass Gesamtschüler nicht die Schule wechseln müssen um in die Oberstufe zu gehen.
Die Erfahrung zeigt jedoch, dass viele Haupt- und Realschüler, die nach der 10. Klasse weiter zur Schule gehen, häufig Fachoberschulen besuchen, die in Verbindung mit einer beruflichen Ausbildung oder einem Jahrespraktikum zur fachgebunden Fachhochschulreife führen. Dank eines sehr durchlässigen Schulsystems führen in Deutschland viele verschiedene Wege zum Studium.

Die Hauptschwierigkeit für Schüler, die Abitur machen wollen und nicht von Anfang an auf einem Gymnasium waren, ist oft die zweite Fremdsprache. Wer ab der sechsten Klasse keine zweite Fremdsprache gewählt hat, muss in der Oberstufe eine zweite Fremdsprache belegen. Dort kommt er dann mit Schülern zusammen, die bereist die dritte oder vierte Fremdsprache belegen. Denen fällt der Erwerb einer neuen Sprache oft wesentlich leichter und Schüler, die erst ihre zweite Fremdsprache lernen, geraten schnell ins Hintertreffen. Deshalb ist es für Schüler ohne zweite Fremdsprache eine sinnvolle Überlegung, über eine Fachoberschule den Weg zur Fachhochschulreife einzuschlagen. Dort ist eine zweite Fremdsprache meistens nicht erforderlich. Außerdem steht dieser Weg auch Schülern offen, die die Fachoberschulreife ohne Qualifikationsvermerk erlangt haben.

Was bedeutet: Eine Gesamtschule kann auch bei späterer Vierzügigkeit eine leistungsstarke, alle Möglichkeiten bietende Oberstufe anbieten?

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Eine Gesamtschule benötigt für die Gründung einer Oberstufe 42 Schüler, die in die 11. Klasse wechseln. Davon ausgehend, dass in Bad Driburg auch in Zukunft die meisten Schüler mit Gymnasial- und eingeschränkter Gymnasialempfehlung auf ein Gymnasium gehen und die Gesamtschule von der Schülerschaft eher ein Zusammenschluss aus Haupt- und Realschule ist, ist es bei einer Vier- oder Fünfzügigkeit eher unwahrscheinlich, dass eine Oberstufe zusammenkommt. Bei eine Sechszügigkeit scheint eine Oberstufe erreichbar. Das Problem wird sein, dass bei weiter sinkenden Schülerzahlen, eine Sechszügigkeit auf Dauer wenig wahrscheinlich ist. Somit ist der Zeitpunkt absehbar, an dem eine Oberstufe nicht mehr zustande kommt.

Das zweite Problem bei einer kleinen Oberstufe ist ein sehr beschränktes Angebot an Leistungskursen. Als Faustwert kann gesagt werden, dass je zehn Schüler pro Jahrgang ein Leistungskurs gebildet werden kann. Das wären bei einer kleinen Oberstufe dann in der Regel: Mathematik, Deutsch, Englisch und ein weiteres Fach.

Was bedeutet: Dank Zentralabitur sind die Abschlüsse an allen Schulen Vergleichbar.

Seit einigen Jahren werden an allen Schulen die selben Abiturprüfungen gestellt. Das führt dazu, dass der Eindruck entstanden ist, die Ergebnisse wären landesweit vergleichbar. Richtig ist, dass die Zentrale Abschlussprüfung zu ungefähr 30% in die Abiturnote eingeht. Die übrigen 70% der Abiturnote errechnen sich aus den Noten der letzten zwei Oberstufenjahrgänge. Eine Vergleichbarkeit wäre gegeben, wenn die Vornoten und die zentralen Prüfungsnoten in den Statistiken getrennt ausgewiesen würden.

Was bedeutet: Differenzierung?

Differenzierung bedeutet, dass die Schüler je nach Leistungsstärke in zwei unterschiedliche Lerngruppen eingestuft werden.
Es wird zwischen Grundkurs und Erweiterungskurs unterschieden. Jedes Jahr werden in den 8. Klassen die Lernstandserhebungen durchgeführt. Als Beispiel seien hier einmal die Ergebnisse im Fach Deutsch aus dem Jahre 2011 aufgeführt. Dort erreichten die Schüler der unterschiedlichen Schulformen im Schnitt folgende Leistungsniveaus:

Hauptschule: 1,93
Gesamtschule GK: 1,94

Realschule: 2,99
Gesamtschule EK: 2,94

Gymnasium: 3,95

 

Die Differenzierung an einer Gesamtschule wird normalerweise wie folgt eingeführt:

ab Klasse 7: Mathe und Englisch
ab Klasse 8: Deutsch
ab Klasse 9: Naturwissenschaften

 

Äußere Differenzierung

Das bedeutet, dass die Schüler in den einzelnen Fächern in unterschiedliche Lerngruppen eingeteilt werden und somit nicht mehr im Klassenverband unterrichtet werden.

Innere Differenzierung

Das bedeutet, dass die Schüler in unterschiedliche Leistungsgruppen eingeteilt werden, aber trotzdem im Klassenverband zusammen bleiben. Bei den Klassenarbeiten erhalten die Schüler dann z.B. je nach Lerngruppe unterschiedliche Aufgabenstellungen. Diese Form der Differenzierung wird normalerweise an kleinen Schule gewählt, wenn es nicht genügend Schüler gibt, um sinnvolle Kursstärken bilden zu können. Das könnte möglicherweise der Fall sein, wenn in Altenbeken ein Teilstandort gebildet wird.